"... und bin eine kleine Speise in einem Becher von Nacht"

Soloprogramm für eine Schauspielerin über Leben und Werk
der deutsch-jüdischen Dichterin Gertrud Kolmar


 

 

 

Diese Produktion ist der Dichterin Gertrud Kolmar gewidmet. Sie lebte von 1894 -1943 und wurde in einem KZ - wahrscheinlich Ausschwitz - ermordet.


Gertrud Kolmar hat in Deutschland als Frau, als Dichterin und als Jüdin das Anderssein schmerzlich erfahren. In ihren Geschichten entwickelt sie mit gewaltiger Bilderkraft eine poetische Revolte, in deren Mittelpunkt sie die scheinbar Häßlichen, die Ausgestoßenen, die ewig Anderen stellt.

Der  krassen Beschränkung ihres Lebensraumes setzt sie die Öffnung ihrer inneren Räume und Weiten entgegen. Hier will sie das "innere Licht" entzünden. Gegen Gewalt setzt sie Behutsamkeit.


Vor den Augen des Publkums verwandelt sich die Schauspielerin sowohl in Gertrud Kolmar als auch in ihre Wesen der ewig Anderen. Anklagend und doch mit stolzer Freude zeigen sich die Figuren der Gedichte und nehmen auf der Bühne Gestalt an:

Die Kröte, die Landstreicherin, der Drude, die Häßliche...

 

Einzelne Stationen und Ereignisse aus dem Leben der Dichterin werden szenisch integriert. Textliche Grundlage sind hierfür die "Briefe an die Schwester" (1938 - 1943).

 

Immer wieder schreibend vermag sie ihr Leben in einer martialischen Welt zu behaupten, die "mit verzerrten Gesichtern jede leise Botschaft verschmäht".

 

Ruhig, aber mit abwechslungsreicher Spannung, konfrontiert die Schauspielerin das Publikum mit einer in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Frau.

 Redaktion und Schauspiel

Lilli Schwethelm

mein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Silvia Schlenstedt

 

Regie

Margret Fehrer


Gefördert von Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

und der Kulturstiftung der Länder aus Mitteln des Bundesministeriums des Inneren